Jürg Schoop ist Künstler, Foto- + Filmemacher, Digitalworker, Autor, Kleinstverleger und Erwachsenenbildner.


Jürg Schoop ist im Eisenbahnerdorf Romanshorn in einem amusischen Elternhaus aufgewachsen und interessierte sich schon während der Schulzeit für verschiedene Künste. Seine eigenständige Meinung von Lehren und Lernen sowie fehlende Geldmittel standen einem akademischen Lebensweg entgegen. Berufslehre als Schaufensterdekorateur in Arbon, Gewerbeschule in St. Gallen. Beschäftigte sich in dieser Zeit mit indischer und anderer Philosophie, europäischer Literatur und Psychoanalyse. Vorerst als Hörer begann die Musik eine wichtige Rolle zu spielen. Ab 1955 freier Künstler, mit Brotarbeit als Dekorateur, Grafiker, Werbeberater u. a. Gründete zusammen mit Arnold Schwitter die kulturpolitische Jugendzeitschrift «clou», eine Vorläuferin der 68er-Bewegung. Erste Ehe mit der Lehrerin und späteren Künstlerin Vera Schoop Kahr. Tochter Sandra erblickt das Licht der Welt. Beginn der Tätigkeit als Erwachsenenbildner für Zeichnen und Malen an der ZbW St. Gallen. Nach späterer Trennung Übersiedlung nach Zürich, wo der Künstler teilzeitlich als Dekorateur, Grafiker, Buchhändler, Einrahmer, Druckvorbereiter, Maltherapeut und Magaziner arbeitete. Bindungen an das Kunstgeschäft standen nicht zur Diskussion. Während der Zürcher Zeit studierte Schoop auch fünf Semester Klinische Psychologie an der Uni Zürich, um den Horizont auszudehnen und zu prüfen, was sein selbst erworbenes Wissen wert war. Eine Basisausbildung in Psychodrama des Moreno-Instituts lief parallel dazu. Er lernte seine jetzige Frau Gerti Wülser, promovierte Sonderpädagogin, kennen.


Mit ihr und deren Berufskollegin Szusa Schriber wurde Anfang der 80er-Jahre in den Thurgau übersiedelt, in das durch eine Annonce entdeckte Gmeindhüsli im idyllischen Fahrhof, nahe der Thur. Hier hielt sich der Künstler – nebst künstlerischen Arbeiten – mit Zeichenunterricht, als Teilzeit- Museumsmitarbeiter und Zeitungskorrektor über Wasser, leitete als Erwachsenenbildner Kurse für Gestaltung, Fotografie und Video an verschiedenen Institutionen, u. a. auch längere Zeit für den von Gerti Wülser geleiteten «Bildungsklub TG für Erwachsene mit einer geistigen Behinderung». 1998 verlieh ihm der Regierungsrat des Kantons Thurgau den Thurgauer Kulturpreis.


Im Fahrhof waren Gerti Wülser und Jürg Schoop von 1983 bis 2010 zu Hause, während 20 Jahren im historischen Gmeindhüsli und danach in der neu ausgebauten «Bollensteinvilla». Heute leben sie am schönen und seit jeher geliebten See, in Kreuzlingen.


Im wahren Kunstwerk sieht Schoop die Aufforderung, einen andern Blick auf die Welt zu werfen, den bisherigen Standpunkt zu verlassen und einen neuen einzunehmen, zu reflektieren und neue Fragen zu stellen. Immer wieder wird in seinen Werken der Bezug zu Bekanntem, zum Landleben, den Bauern, zum Fahrhof und Neunforn hergestellt. So öffnet er uns ein Fenster zu neuen Sichtweisen.

Jürg Schoop *1934

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