Otto Winterhalter wurde in Frauenfeld geboren und wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf. Er verspürte schon früh die Leidenschaft, sich die Schönheiten der Natur einzuprägen und später mit Stift, Pinsel und Farbe festzuhalten. Bis zu seinem Tod schuf er über 300 Werke, die Zeugnis von seinem Talent und seiner Schaffenskraft ablegen.


Otto Winterhalter erlernte das Handwerk des Malers und bildete sich an der Ecole supérieure de Peinture in Brüssel künstlerisch weiter. Er blieb der gegenständlichen Malerei stets treu. Abstraktionen oder extreme Verfremdungen seiner Bildvorlagen sucht man in seinem Oeuvre vergeblich.


Die Ausstellung zeigt Werke aus frühen Jahren, in welchen er die Schweiz erkundete, ebenso wie aus der Neunforner Zeit. Hier entstanden viele Landschaftsbilder und Dorfansichten aus der nahen Umgebung. Oftmals befasste er sich mit ausdrucksvollen Stillleben und Blumenbildern, die er jeweils mit grosser Hingabe bis ins letzte Detail ausgestaltete.


Weiträumige Naturausschnitte

Die Bilder aus den 1930er-Jahren zeugen von Experimentierfreude und Schaffenskraft. Landschaftsbilder stehen im Mittelpunkt des künstlerischen Tuns. Ein zauberhaftes Aquarell vom Silsersee, die Impression eines heiteren Sommertags am Zürichsee und eine reizvolle Winterstudie in Öl sind typische Beispiele. Seltener malte Winterhalter Menschen und Tiere. Mit seinem stillen Temperament und einer zurückhaltenden Pinselsprache bannte er die meist weiträumigen Naturausschnitte aufs Papier und auf die Leinwand.


Winterhalter blieb der gegenständlichen Malerei stets treu. Abstraktionen oder extreme Verfremdungen seiner Bildvorlagen sucht man in seinem Œuvre vergeblich. Der Malstil zeigt kaum nennenswerte Entwicklungen. Neben expressionistischeren, mit kühnem Pinselstrich gestalteten Gemälden entstehen auch heitere Impressionen in lockerer Pinselschrift. In anderen Werken nimmt sich der Maler mit seinem Pinselduktus ganz zurück und lässt das Motiv für sich sprechen.


Flüchtige Augenblicke reizvoll eingefangen

Attraktiv sind die Landschaftsimpressionen in Winterhalters Skizzenbüchern. Während seiner vielen Wanderungen hielt er flüchtige Momente in lockeren, mit wenigen Strichen ausgeführten Studien fest und «verwandelte» diese später mit Pinsel und Aquarellfarben in kleine, reizvolle Meisterwerke. Eine Auswahl dieser Blätter, die mit ihrer Dynamik und unakademischen Pinselsprache wohl zum Besten des Künstlers zählen, vermittelt uns einen intimen Blick auf glückhafte Momente des gestalterischen Schaffens.

Otto Winterhalter 1905–1972

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